Freitag, 7. September 2007

Review: Nine Inch Nails & Alec Empire im Circus Krone München, 3.9.2007

NIN
Erst nach etwas Überredungskünsten habe ich mich überreden lassen, für den doch happigen Preis von etwas über 50 EUR erneut eine Karte für Nine Inch Nails zu kaufen, nachdem die Show im März im Zenith in München doch sehr enttäuschend war - schlechte Akustik, eine nicht vorhandene Show etc. (siehe mein Review hier). Doch das danach neu erschienene tolle Album Year Zero und die deutlich intimere Location im Circus Krone haben mich dann doch überzeugt. Ein Glück!

Die Vorfreude stieg noch viel mehr, als ca. 10 Tage vor dem Konzert Alec Empire auf seiner MySpace-Seite bekannt gab, dass er mit seiner Band The Hellish Vortex im Vorprogramm von NIN in München auftreten werden - unglaublich, zwei meiner Lieblingsbands an einem Abend! Da konnte ja nichts mehr schiefgehen.

Gegen halb 8 waren wir da, erstmal zum Merchandising-Stand - NIN hatte im Vergleich zum vergangenen März neues Zeug dabei, gekauft habe ich aber nichts. Alec Empire hatte dasselbe T-Shirt im Verkauf, das ich 2005 bei seiner Show in Augsburg gekauft hatte und für den Abend auch extra angezogen habe - also konnte ich nichts Shoppen, leider. Noch ein Bier und auf geht's.

Wir haben nur Sitzplätze erwischt (Arena bzw. die Manege war schon ausverkauft), aber das hat sich als Glücksfall erwiesen. Bessere Plätze gab es wohl kaum - auf einem Balkon leicht erhöht direkt gegenüber von der Bühne, absolut genial. Von dort sah man auch schon das fette Equipment, das Herr Reznor & Co. mitgebracht haben, u.a. eine riesige bewegliche LED-Wand - das versprach showmäßig dieses Mal doch was richtiges zu werden.

Kurz nach 20 Uhr und Alec Empire betritt die Bühne und startet schön laut mit "Kiss of Death" vom 2005er Futurist-Album. In den nächsten ca. 35 Minuten brettert er noch eine hervorragende Mischung aus Songs des 2002er Albums Intelligence & Sacrifice, Futurist von 2005 und neuen Tracks des kommenden Albums The Golden Foretaste of Heaven in den Raum, bevor dann leider wieder Schluß ist. Absolut genial, Alec und Band haben alles gegeben und eine perfekte Show abgeliefert - begleitet von einer größeren Lightshow, da sie das NIN-Stage mitnutzen konnten. Die neuen Songs "New Man" oder "Ice", das ich bisher nur in einer Instrumental-Version kannte, waren erstklassig und lassen die Wochen bis zum Erscheinen des Albums immer länger werden. Gefehlt hat mir in dem Set, das aus acht Songs bestand, lediglich Robot L.O.V.E., die aktuelle Single.

Auf die Minute um 21.15 Uhr betreten dann Nine Inch Nails die Bühne zu den Klängen von "Hyperpower!", das in "The Beginning of the End" übergeht. Fetter, kristallklarer Sound, absolut genial, die Enttäuschung vom Zenith wurde immer blasser. Dazu eine Lightshow, die sich sehen lassen kann. Es folgen einige Tracks vom The Fragile-Album und The Downward Spiral, das energetische "March of the Pigs" und die erste Single "Survivalism" von der aktuellen CD, bevor bei "Me, I'm Not", einem der elektronisch geprägten Highlights von Year Zero, die LED-Wand zum Einsatz kommt, die für die folgenden Tracks "The Great Destroyer", "Eraser" und "Only" in Aktion bleibt. Dieser ca. 20-minütige Part war so unglaublich, dass ich praktisch mit offenem Mund dastand, so eine geniale Show habe ich schon lange nicht mehr gesehen, es war der absolute Hammer. Mit "Wish" und "The Good Soldier" (einem der schwächeren Tracks des neuen Albums), dem einzigen ruhigeren Track "La Mer" sowie u.a. "The Day the World Went Away" geht es weiter, als wir mal kurz austreten, um ein paar Bier wegzutragen. Wem laufen wir im Gang um die Halle in die Arme? Alec Empire! Sehr genial, endlich habe ich mal die Gelegenheit bekommen, ein paar Worte mit ihm zu wechseln - sie durften wohl nicht so laut spielen wie sie wollten und hatten ursprünglich 20 Minuten mehr Zeit bekommen, die dann aber vom NIN-Management gestrichen wurden. Und bevor das neue Album kommt, das jetzt erst im Januar erscheint (herrje!), wird es wohl noch einige andere Veröffentlichungen geben, u.a. eine neue EP mit "On Fire". Ein richtig netter, sympathischer Typ, der Herr Empire! Danke Alec für die perfekte Show!

Nach 5 Minuten sind wir zurück und Trent stimmt das Joy Division-Cover "Dead Souls" an, klasse, das hatte ich bisher noch nicht live gehört. Es folgt "The Hand that Feeds", bevor mit "Head Like a Hole" Schluß ist. Kein "Hurt"! Scheinbar hat Trent das gestrichen, nachdem bei anderen Shows bei dem sehr intimen Song immer geschrien und geklatscht wird - siehe hier. Na ja, macht nichts.

Wie beim letzten Mal leider keine Zugabe, Licht an.

Fazit: Ein absolut erstklassiger Abend mit allem was mein Herz begehrt: Zwei meiner Lieblingsbands in einer genialen Location, eine wahnsinnige Show und fetter Sound. Und mit Alec Empire quatschen können. Definitiv das bisher beste Konzert des Jahres für mich, wenn nicht sogar für länger.

Ganz klar die Höchstwertung 5/5!

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